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[Update] Fehlende Abholbestätigungen und die Folgen PDF  | Drucken |
Geschrieben von: Axel Riemann   
Donnerstag, den 10. Februar 2011 um 00:00 Uhr

Kein seltenes Bild im EAR-System. Obwohl der Abholtermin eines Containers lange vorbei ist und der Behälter auch durchaus fristgerecht abgeholt wurde, befindet sich der Abholauftrag immer noch im Status "Abholung zugewiesen".

Derzeit gibt es für die Betreiber kommunaler Übergabestellen und die Leitungsbefugten der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger keine Verpflichtung, abgeholte Container im EAR-System zeitnah zu bestätigen. Theoretisch kann und darf eine Übergabestelle sich mit der Bestätigung beliebig viel Zeit lassen. Erst für eine erneute Vollmeldung des Containers muss die vorherige Abholung bestätigt werden, damit der Behälter im System wieder ausgewählt werden kann. Das führt bei wenig frequentierten oder mit einer Vielzahl an Containern ausgestatteten Übergabestellen dazu, dass eine Abholbestätigung oftmals erst nach einigen Monaten erfolgt.

Zwar führen diese fehlenden Abholbestätigungen nicht dazu, dass der betroffene Hersteller eine Erinnerung an die Ist-Output-Meldung erhält, denn diese Erinnerungen werden vom System nur für bestätigte Abholungen versandt. Doch kann der Hersteller bei Aufträgen, die sich auch nach der physischen Abholung im Abholstatus 1 befinden, keine Output-Meldung im EAR-System eingegeben. Die Stiftung ear® folgt hier dem logischen Ansatz, dass ein Container, der noch nicht abgeholt wurde, auch noch nicht verwogen worden sein kann.

 

Die NOEX AG hat bereits vor geraumer Zeit die Leiterin der Abholkoordination bei der Stiftung ear®, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , auf dieses Problem aufmerksam gemacht. Denn auch wenn die zeitliche Verzögerung bei der Abholbestätigung auf den ersten Blick harmlos und unproblematisch erscheint, liegt der Teufel auch hier - wie so häufig - im Detail.

Denn die Output-Meldungen sind ein integraler Bestandteil der Berechnung von Abholverpflichtungen. Je größer die vom Hersteller gemeldete Output-Menge, desto geringer die Anzahl an Abholaufträgen für einen Hersteller. Anders gesagt: Kann ein Hersteller die entsorgte Menge eines Auftrags nicht melden, geht das EAR-System von einem Durchschnittsgewicht für die zugewiesene Sammelgruppe aus. Und diese Durchschnittsgewichte haben sich in der Vergangenheit nicht gerade als sehr "realitätsnah" erwiesen. Somit beeinflußt jede nicht zeitnah bestätigte Abholung nicht nur die Abholverpflichtung des betroffenen Herstellers, sondern den Berechnungsalgorhythmus der EAR als Ganzes.

Hier sind Umweltbundesamt als Aufsichtsbehörde und das Bundesumweltministerium als Verordnungsgeber gleichermaßen gefragt, denn ohne eine gesetzliche Verpflichtung der Kommunen zur zeitnahen Auftragsbestätigung wird sich an der derzeitigen Situation wenig ändern.


 

[Update] Der Vorstand der Stfitung ear®, Alexander Goldberg, hat uns zwischenzeitlich mitgeteilt, dass die Stiftung fehlende Abholbestätigungen derzeit monatlich bei den betroffenen Kommunen abfragt. Die Erhebungen der EAR zeigen hierbei eine Frequenz von 5 -  Abholcodes pro Monat, so dass Herr Goldberg derzeit nicht davon ausgeht, dass fehlende Abholbestätigungen zu realen Problemen bei der Berechnung der Abholverpflichtungen führen.

Jedoch führen fehlende Abholbestätigungen auch weiterhin zu teils verzweifelten Anfragen vieler Hersteller bei ihren jeweiligen Entsorgungspartnern, ob diese eine Möglichkeit haben, die Abholbestätigung bei den einzelnen Kommunen einzufordern. Dies ist jedoch bedauerlicherweise nicht der Fall.
Dabei wäre das Problem relativ leicht zu beseitigen. Dazu müsste das EAR-System nur dergestalt programmiert werden, dass Output-Meldungen auch dann eingegeben werden können, wenn sich die Kommune mit der Abholbestätigung Zeit lässt.

 
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